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Orgelfrühling Steiermark

Fantasie & Passion

Orgelkonzert
Sonntag, 26.04.26 - 16:00
St. Veit am VogauPfarrkirche St. Veit

Ein Ausflug nach St. Veit am Vogau gehört fest in den Orgelfrühling Steiermark. An der klangschönen Liechtenauer/Egedacher-Orgel der dortigen Wallfahrtskirche musiziert diesmal Pavao Mašić, Titularorganist der St.-Markus-Kirche in Zagreb und Professor an der dortigen Musikakademie. Der international ausgezeichnete Spezialist für historische Tasteninstrumente widmet sich, passend zum diesjährigen Festivalmotto, den emotionalen Höhen und Tiefen der barocken Klangsprache. Zu hören sind Werke von Rossi, Pachelbel, Buxtehude, Händel und Bach. "Rêveries – Passions" nennt der Künstler selbst sein Programm, ein Orgelkonzert zwischen Träumerei und Leidenschaft.

Das Motto des Festivals 2026 – eine Paraphrase des berühmten Zitats des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry – erinnert an einen anderen berühmten französischen Musiker – François Couperin le Grand – und sein ebenso berühmtes Zitat: „Je préfère ce qui me touche à ce qui me surprend” (Ich ziehe das, was mich berührt, dem vor, was mich überrascht). So betreten wir das Reich der Emotionen, die manchmal auf introvertierte, sehr intime Weise zum Ausdruck kommen und manchmal eher überschwänglich und ganz extrovertiert konzipiert sind.

Nach der klassischen Perfektion der ruhigen und zurückhaltenden Renaissance-Polyphonie führten die barocken Prinzipien der Affektenlehre, der 'musique parlante', zahlreicher Rezitative und Fantasieausbrüche zum 'stylus phantasticus', einer ganz neuen Art, ein reichhaltiges Spektrum an Emotionen auszudrücken. „Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“, betont Carl Philipp Emanuel Bach, ein weiterer Ratschlag, der besonders für Tasteninstrumentalisten gilt und uns zwingt, die Atmung, die rhythmische Flexibilität, das gewisse 'je-ne-sais-quoi' hinzuzufügen, um die rein mechanische Art und Weise, die Tasten eines Instruments zu drücken, zu beleben. Mit einem Wort: den Mechanismus zu beleben, indem man ihm seine Seele und sein Herz gibt.

Und letztendlich kommt alles in der Musik aus dem Herzen: Sein regelmäßiger Schlag erzeugt das konstante Tempo ('tempus protus'), während der immerwährende Pumpvorgang, der Prozess der Kontraktion und Entspannung, in unmittelbarem Zusammenhang mit der Art und Weise steht, wie sich die Musik entfaltet (mit einem ständigen Wechsel von Spannung und Ruhe), immer verbunden mit dem Prozess des Atmens. Schließlich lässt sich das Herz nicht beherrschen, es ist nicht nur in seiner konstanten und regelmäßigen Art zu schlagen autonom, sondern auch in den Momenten der Erregung, die sich oft auf sehr unvorhersehbare Weise zeigen und uns wach, aufgeregt, nervös und unruhig, enthusiastisch oder verärgert, entflammt, begeistert oder völlig am Boden zerstört halten. All diese Leidenschaften des Herzens finden ihren Platz in der Musik. Alles sollte möglich sein, damit die Musik Wege finden kann, alle Angelegenheiten des Herzens auszudrücken.

Pavao Mašić


Programm

Michelangelo Rossi
Toccata settima

Johann Pachelbel
Fantasia in Es
Fuga in A
Ciacona in D

Giovanni Battista Martini
Adagio in D-dur

Georg Friedrich Händel
Fuge in a-moll

Dieterich Buxtehude
Praeludium in g, BuxWV 163

Johann Sebastian Bach
Pastorella, BWV 590 Toccata g-moll, BWV 915


Interpret

Pavao Mašić, Orgel