Die junge Organistin Anastasiia Igoshina und die Grazer Kapellknaben unter der Leitung von Matthias Unterkofler gestalten einen Abend musikalischer Verneigungen und Rückbesinnungen – auf große Meister, alte Texte und die spirituellen Wurzeln von Musik.
Im Zentrum steht Jean Langlais’ achtsätzige Hommage à Frescobaldi, eine Reverenz an den großen italienischen Orgelmeister.
Berühmt ist das Werk vor allem für seinen kompositorisch ungewöhnlichen Epilog: Es endet mit einer Fuge über ein bekanntes Thema Frescobaldis, mehrstimmig notiert für Pedal solo. In den vorangehenden Sätzen lässt der von früher Kindheit an blinde französische Komponist immer wieder meditative Klangräume entstehen, die zu einem inneren Hören einladen – und damit zu unserem Festivalmotto führen.
Auch die übrigen Werke des Programms verstehen sich als musikalische Rückbesinnungen auf ältere Texte, Klangsprachen und Traditionen.
So muten die Hymnus- und Psalmvertonungen des armenischen Komponisten Daniel Yerajisht geradezu archaisch an, indem sie auf Skalen zurückgreifen, die jenseits unserer vertrauten Tonsysteme liegen.
Maurice Duruflé und Morten Lauridsen knüpfen mit ihrer von der Gregorianik geprägten Klangsprache an die ältesten Traditionen der abendländischen Kirchenmusik an, während César Franck mit dem Psalm 150 einen jahrtausendealten biblischen Text vertont. In seinem Werk verbinden sich Chor und Orgel zu einem festlichen Lobpreis der Schöpfung.
Konzert in Kooperation mit der Kirchenmusik an Herz-Jesu
Eintritt frei – Spenden erbeten
Anastasiia Igoshina, Orgel
Grazer Kapellknaben
Matthias Unterkofler, Leitung